• 3. Juli 2018

Wechsel von Google Maps zu Open Street Map

Wechsel von Google Maps zu Open Street Map

Wechsel von Google Maps zu Open Street Map 962 901 Kai Jung

Im Mai 2018 kündigte Google überraschenderweise an, dass sich die gesamte Preisstruktur von Google Maps grundlegend ändern. Um die hohen Kosten für unsere Portalbetreiber zu vermeiden, steigen wir auf Open Street Maps mit eigenem Tile Server um.

Wechsel von Google Maps zu Open Street Maps

Enorme Preissteigerung bei Google Maps um Faktor 30

Die maximale Anzahl an kostenlosen Kartenaufrufen für einen API-Nutzer steigt von 25.000 pro Tag auf 28.000 pro Monat (!).

Für uns und unsere Kunden ist dies eine große Herausforderung. Die Karte ist in den discoverize Branchenportalen eine Kernfeature. Viele Besucher setzen die Karte auf der Suchseite ein, um den passenden Eintrag zu finden. Die eingebetteten Karten in den Portale erzeugen mehrere Millionen Requests pro Monat.

Wir wollen natürlich die hohen monatliche Zusatzkosten (teilweise über 1000$ pro Monat) für unsere Portalbetreiber vermeiden. Ansonsten würde die Rentabilität der Branchenportale enorm leiden.

Kommerzielle Alternativen zu Google Maps für discoverize Branchenportale

Als Alternativen zu Google Maps haben wir Mapbox, Bing, Here und viele weitere kommerzielle Karten-Anbieter verglichen. Bei den meisten Anbietern gibt es wie auch bei Google Kontingente für die kostenfreie Nutzung der Online Karten.

Je nach Anbieter wären hier Kostenersparnisse im Vergleich zum neuen Preismodell von Google Maps in Höhe von ca. 80-90% möglich gewesen. Jedoch wären insgesamt immer noch Kosten von mehreren Tausend Dollar pro Monat angefallen.

Daher war auch dies keine langfristig gangbare Lösung für discoverize.

Wechsel zu Open Street Maps

Der Wechsel zu Open Street Maps war als nächster Schritt sehr naheliegend. Viele Vorteile ergeben sich:

  • Das Kartenmaterial ist als Open Source Projekt verfügbar. Die Qualität und Vollständigkeit werden ständig von der Community weiter gepflegt.
  • Man kann das Kartenmaterial über kommerzielle Anbieter beziehen oder einen eigenen Tile Server einrichten.
  • Man macht sich langfristig von spontanen Preisänderungen kommerzieller Kartenbetreiber unabhängig.
  • Weitere kommerzielle Angebote (z.B. Geschäft in der Nähe) auf der Karte von Google können nicht ohne weiteres unterdrückt werden. Diese Angebote können konkurrieren bereits jetzt mit unseren Business Goals – und können in Zukunft noch ausgeweitet werden.
  • Das Kartenmaterial kann individuell gestaltet werden.

Die Abfrage von Kartenmaterial über den Open Street Map Server ist jedoch eingeschränkt. Alternativ kann man OSM Zugriffe bei mehreren verschiedenen Anbietern „kaufen“. Wegen des großen Volumens haben wir uns entschieden, unsere eine eigene Server Infrastruktur aufzusetzen.

Open Street Maps mit eigenem Tile Server aufsetzen

eigener Open Street Map Tile Server mit Unterstützung von Geofabrik und Hetzner

Mit Hilfe eines externen Dienstleisters, der Geofabrik in Karlsruhe, haben wir bei unserem Hoster Hetzner einen Server für die Tiles aufsetzen lassen. (Tiles sind die einzelnen Kacheln, aus denen die Karte zusammengesetzt wird.)

Da unsere Portale einen Großteil der Länder Europas abdecken, haben wir die Standard-OSM-Karten (mapnik) dahingend angepasst, dass die jeweiligen geographischen Namen in der Landessprache gerendert werden und – falls verfügbar und von diesem Namen abweichend – auch in der englischen Sprachversion, so dass dieses Standardset von Tiles erst einmal für eine Vielzahl von Portalen (geographisch) und sprachlich eingesetzt werden kann. Zusätzlich wird die interne Datenbank auf diesem Server laufend mit der OSM-Datenbank abgeglichen, so dass unsere Karten jederzeit möglichst aktuell sind.

Wir können die Zusammenarbeit mit der Geofabrik sehr empfehlen. Das Aufsetzen des Servers durch deren Team hat uns viel Einarbeitung und damit Zeit gespart. Die Umsetzung unserer konkreten Anforderungen auf unserer Hardware hat einmalig 2.000€ gekostet.

Der von uns gewählte Server (ca. 92€/Monat) sollte 100 Millionen Tiles ausliefern können und damit unseren Bedarf mehr als decken.

Als Fallback im Falle eines Ausfalles unseres Tile Servers haben wir automatisiert die Nutzung von Mapbox umgesetzt.

Wechsel der Javascript API – von Google Maps Javascript API zu Leaflet.js

leaftletjs Open Street Maps Logo

In unserer Brancheportal Software hatten wir bisher sehr ausgiebig die Google Maps Javascript API benutzt, z.B. um Karten-Overlays (Marker, Map Buttons etc.) zu generieren.

Hier haben wir uns relativ früh für leafletjs als quelloffene Alternative entschieden, die mit verschiedenen Tile-Servern zusammenarbeiten kann. So sind wir hier auch für mögliche zukünftige Szenarien gewappnet. Beispielsweise die Einbindung anderer kommerzieller Tile Server oder bestimmter Layout oder Sprach-Entscheidungen.

Der Umbau mit leaflet.js verlief ohne große Überraschungen – beinahe schon zügiger als erwartet.

Fazit: Langfristig unabhängig von Google Maps und deutlich günstiger mit Open Street Maps

Die Umstellung auf Open Street Map Karten und insbesondere die Anpassung der Kartenoverlays hat einen nicht zu unterschätzenden Aufwand an finanziellen Ressourcen und auch an Entwickleraufwand gekostet. Die neuen Karten werden sich voraussichtlich bereits in 1-2 Monaten amortisiert haben aufgrund der außergewöhnlich hohen Preisänderung der Google Maps.

Wir konnten aber insbesondere im Zuge der Javascript-API-Änderungen und Codeverbesserungen auch einige hartnäckige (wenn auch recht seltene) Bugs fixen, die schon seit längerem bestanden. Zudem sind wir nun unabhängiger mit unserer Branchenportal-Software – wir sind nicht mehr auf Google Maps und deren Bedingungen angewiesen.

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